Sofalesungen

Julia Trachsel
«Alles in allem»

© David Fürst

Riehen

So 18.10.2026 17:00 Uhr

zu Gast bei bei Elke und Thilo in Riehen, die Adresse wird nach der Anmeldung bekannt gegeben

Eintritt Zahl, was du magst: 10 / 20 / 30 (mit KulturLegi 5.-)

leider ist der Zugang zum Haus nicht rollstuhlgängig und nur über Treppen zugänglich

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Julia Trachsel

* 1988 in Mammern (CH). Sie studierte an der Pädagogischen Hochschule Thurgau und erwarb 2010 den Bachelor of Arts in Primary Education. Nach einer Station als Primarlehrperson in Zürich absolvierte sie das Studium Illustration Fiction an der Hochschule Luzern, das sie 2020 erfolgreich abschloss. Für «Alles in allem» erhielt sie 2022 das Comic-Stipendium der Deutschschweizer Städte und den Kreationsbeitrag von Pro Helvetia sowie 2025 den Werkbeitrag des Kantons Luzern. Sie ist Mitherausgeberin des Comic-Magazins Die Notbremse. Julia Trachsel lebt und arbeitet als Illustratorin und Comiczeichnerin in Luzern.

Moderation:

Angela Heimberg

Angela Heimberg ist leidenschaftliche Comicleserin und seit 2007 Geschäftsführerin des Comix Shop in Basel - einer Institution in der Schweizer Comic-Landschaft, die nicht nur dreisprachige Comics verkauft, sondern auch veranstaltet und einem breiten Publikum vermittelt.

«Alles in allem»

Anfänge treten manchmal so abrupt ein wie Enden. Diese Geschichte beginnt mit einem Ende. Während die Protagonistin als Zeugin eines tödlichen Unfalls auf der Polizeistation auf Worte wartet, die das Geschehene begreifbar machen könnten, schweifen ihre Gedanken immer wieder ab: zu Erinnerungen an alltägliche Szenen und existenzielle Erfahrungen, zu Abschieden, Unausgesprochenem, zu ungeschlüpften Küken oder einem toten Fischherz, das noch einmal schlägt… Dazwischen endlose Sommer und das fragile Leben, das sich im Alltag unbeirrt fortsetzt.

Eine Graphic Novel über das Festhalten, Loslassen und Erinnern. Über den Moment, in dem man begreift, dass alles flüchtig ist, und die Unmöglichkeit, das Leben zu verstehen — und den hartnäckigen Versuch, es trotzdem zu erzählen.

© Paula Troxler

Welches Buch platzierst du auf deinem Nachttisch, wenn ein vielversprechendes Date ansteht?

Da ich weder Dates noch Nachttische habe, kann ich hier meine performativ inszenierte Persönlichkeit in diesem Punkt leider nicht zur Schau stellen. Neben meinem Bett befindet sich allerdings eine ganze Mauer an Büchern und vereinzelte Stapel mit den aktuell im Lesezustand befindenden Exemplaren. Dabei gesellen sich alle Bände des „Arabers von Morgen" neben Sartres „Ekel", Schrauwens „Sonntag" unter „Pause ohne Ende", „Pusztagold" von Clara Heinrich neben Catherine Meurisse's „Die Leichtigkeit" und „Kein Geld, kein Glück, kein Sprit" von Heinz Strunk über „Mein Name sei Gantenbein" und über allem "Arturo Bandini". Eine zufällige Anordnung, die eher den Regeln der Statik dient. Aber Gesprächsstoff bieten sie alle.


Was bedeutet es für dich, ein Buch zu schreiben?

Eine unfassbare Frechheit, irgendwie. Zu behaupten, man könne eine Momentaufnahme, in der so viel Zeit, Arbeit, Gedanken und Leben stecken, zwischen zwei Buchdeckel fassen. Schreiben(und zeichnen) ist für mich die perfekte Übung darin, immer wieder Entscheidungen treffen zu müssen, zu verdichten, transformieren, behaupten. Und fast schon eine Frechheit, wie bereitwillig man sich davon vom eigentlichen Leben ablenken lässt. Wobei sich natürlich die Frage stellt, was das Leben eigentlich ohne Bücher wäre.


Welche Fragen würdest du deiner Lieblingsautor:in gerne stellen?

Ich würde Thomas Bernhard gerne fragen, wie man es schafft, ein Buch nicht zu Ende zu schreiben.

In Zusammenarbeit mit dem Comix Shop Basel

In Kooperation mit dem Kulturbüro Riehen.

In Kooperation mit dem Literaturhaus Basel.

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