Sofalesungen

Hayat Erdoğan
«Hauptsache kein Zeitgeist»

© Nils Lucas

Winterthur

So 22.03.2026 17:00 Uhr

zu Gast bei der WG in der Villa Rosa

Eintritt Zahl, was du magst: 10 / 20 / 30 (mit KulturLegi 5.-)

Vom Hauseingang sind es 6 Stufen bis zum Wohnzimmer, es ist kein Lift vorhanden. Im Parterre hat es ein kleines Badezimmer. 

Hayat Erdoğan

Hayat Erdoğan ist Dramaturgin, Theatermacherin, Kuratorin, Dozentin und Autorin. Von 2019 bis 2025 war sie Co-Direktorin und Dramaturgin am Theater Neumarkt Zürich, entwickelte künstlerische Konzepte und Stücke, Festivals, theatrale Formate in multidisziplinären und internationalen Teams. Sie beschäftigt sich mit Gesellschaftsthemen, Mythen, Ästhetiktheorien und politischen Erzählweisen, schreibt Essays für Kunst- und wissenschaftliche Publikationen, interessiert sich für die Verbindung von Diskurs und Popkultur und die Idee eines _Unbedingten Theaters_ als Möglichkeitsraum.

Moderation:

Okan Yilmaz

hat soeben seinen Master in Germanistik und Philosophie an der Universität Zürich abgeschlossen und unterrichtet Deutsch an einem Gymnasium.

«Hauptsache kein Zeitgeist»

Ein Mädchen lernt auf einer Trommel den Takt der türkischen Nationalhymne. Jahre später steht ihre Mutter vor der Tür und zieht sie an der Hand zurück nach Deutschland. Noch einmal Jahre später wird sie verlassen von einem Mann, den sie »Niemand« nennt, die Sehnsucht nach Niemand wird sie nicht mehr los. Alles, nur nicht zynisch werden.

In Hauptsache kein Zeitgeist breitet sich in aufregenden 24 Stunden die Gegenwart vor uns aus wie ein gewebter Teppich. Die Heldin des Romans ist eine Kosmopolitin und eine Migrantin. Sie übt sich in Affirmation und Meditation, bildet sich autodidaktisch in Sozialphilosophie und rollt auf einer Konferenz die Augen über die tristen Tropen der Wissenschaftler. Reist nach Triest und lernt John kennen, reist in die Vergangenheit und lernt sich selbst kennen. Will nicht modern sein und ist es doch.

© Paula Troxler

Müll ist ein paradoxaler Speicher. Aufbewahrung und Auflösung zugleich. Oder das, was den Übergang nicht schafft, das Material des Nicht-mehr-Zugehörigen. Wegwerfen ist das leise Sich-Ablösen der Dinge, die uns nicht mehr tragen. 

Hauptsache kein Zeitgeist, S. 115, claassen 2026

In welchem Buch wärst du gern mit dabei?

​In „I love Dick" von Chris Kraus. (Als Zustand, oder offenes Nervensystem.)

​

Welches Buch hat dich besonders geprägt?

​For the better or worse: „Ulysses", Joyce.

​

​Auf welchen Drink würdest du eine deiner Lieblingsautorinnen gerne einmal einladen?

​Kathy Acker hätte ich gerne auf ein, zwei Gläser Raki eingeladen.

​

​Welche Fragen würdest du einer deiner Lieblingsautorinnen gerne stellen?

​Ingeborg, kommen härtere Tage? Was sagst du zur gegenwärtigen Lage der Welt?

Antwort aus dem Jenseits gern als Podcast.

in Kooperation mit lauschig – wOrte im Freien

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