Flurina Badel & Ruth Gantert
Flurina Badel (*1983 in Lavin) ist Autorin, Künstlerin und Aktivistin. Nach einer Erstausbildung zur Journalistin und einem Studium in Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation, absolvierte sie den Master of Fine Arts am Institut Kunst der HGK FHNW in Basel und studierte am Institut für Sprachkunst der Universität für angewandte Kunst Wien. Als Bildende Künstlerin arbeitet sie seit 2014 im Duo Badel/Sarbach. 2019 veröffentlichte sie ihren ersten Lyrikband «tinnitus tropic» (editionmevinapuorger, Zürich), der 2020 mit einem Schweizer Literaturpreis ausgezeichnet wurde. 2024 erschien ihr erster Roman «Tschiera» (Chasa Editura Rumantscha). Flurina Badel schreibt und performt ihre Texte mehrsprachig und engagiert sich auch über ihre Texte hinaus für Literatur, unter anderem als zuständige Redaktorin der Literatursendung «Impuls» bei Radiotelevisiun Svizra rumantscha. Als Aktivistin engagiert sie sich für die Zukunft kleiner Dörfer und Co-leitet die Organisation Anna Florin.
Ruth Gantert, (*1967 in Zürich) studierte Romanistik in Zürich, Paris und Pisa. Sie war Dozentin für französische Literatur an der Pädagogischen Hochschule St. Gallen und arbeitet heute als Literaturvermittlerin, Übersetzerin und Redaktionsleiterin des dreisprachigen Jahrbuchs der Schweizer Literaturen Viceversa.
«Nebelflüchtige»
Aita hat das heimatliche Unterengadin nach dem Abitur verlassen und in Wien ein neues Leben gefunden. Nach dem unerwarteten Tod ihrer Mutter kehrt Aita zurück ins Dorf, aber es ist nicht mehr das Zuhause ihrer Kindheit. Die alten Engadiner Häuser werden eines nach dem anderen verkauft, der Luxusimmobilienmarkt boomt, und auch Aitas Brüder wollen profitieren. Während Aita in ihrer Trauer versinkt, versucht ihr alter Schulfreund Luis der Kommerzialisierung von Natur und lokalen Traditionen etwas entgegenzusetzen. Sinnlich und vielstimmig erzählt «Nebelflüchtige» vom Aufeinanderprallen heutiger Lebenswelten.
Flurina Badel schrieb ihr packendes Debüt mit dem Titel «Tschiera» in Vallader, einem Idiom des Rätoromanischen. Die Übersetzerin Ruth Gantert hat den Text ins Hochdeutsche übertragen. Die Lesung wird zweisprachig stattfinden.